Donnerstag, 25. Mai 2017

Wieso von dem Erfolg von ARMS viel für Nintendo abhängt

Man muss kein Fanboy sein um anerkennend zuzustimmen, dass trotz Kinderkrankheiten und Lieferengpässen Nintendo extrem viel richtig mit der Switch gemacht hat.


Schon jetzt kann man, so glaube ich, guten Gewissens sagen, dass die Japaner mit ihrer Hybrid-Konsole ein vielbeachtetes Ausrufezeichen in der Welt der Videospiele gesetzt haben.

Nachdem man mit der Wii die Bewegungssteuerung revolutionierte (und nebenher Sony und Microsoft dazu nötigte, mit eigenen Konzepten nachzuziehen) ist das Interesse an den "Fernbedienungen" und Nunchucks mit dem großen Flop der Wii U wohl mehr als abgeklungen.


Um so überraschender war es, dass Nintendo trotz der ungewöhnlichen Form der Joy-Con Controller auch bei der Nintendo Switch nicht nur an der Bewegungssteuerung festhält, sondern diese mit dem sogenannten HD Rumble und der exakteren Erfassung der Bewegungen sogar noch weiterentwickelt hat.

Obwohl sich 1-2-Switch gut verkauft, war die Resonanz auf das erste hauseigene Spiel, welches auf die Bewegungssteuerung abzielt, ziemlich ernüchternd. Im Vorfeld als eines der Hauptfeatures der neuen Konsole herausgestellt, waren gefühlt die Allermeisten von der Spieleerfahrung doch eher enttäuscht.

Mit ARMS erscheint nun eine von Nintendo von Grund auf völlig neu entwickelte Spielemarke. Sie soll nicht nur Splatoon in Sachen Erfolg und Beliebtheit nacheifern, Nintendo versucht die Bewegungssteuerung der Switch im eSport fest zu etablieren.


Ein Vorhaben, welches durchaus großes Potenzial zum Scheitern birgt. Es scheint ein Ding der Unmöglichkeit, Core-Gamer von ihren geliebten Controllern abzubringen (und gerade der Pro Controller der Switch ist so gut gelungen, man möchte ihn eigentlich nie wieder aus der Hand geben). Genauso gut könnte man Fußballer barfuß spielen lassen. Würde schon funktionieren, schmerzt aber eher, und wirklich Spaß hat niemand daran.

Nun hat sich Nintendo einen Trick einfallen lassen, um den Spielern die Bewegungssteuerung von ARMS schmackhaft zu machen. Wer in seinen Kämpfen eifrig die Joy-Con schwingt, genießt spielerische Vorteile. Und auch die Neon Gelb-Sonderedition der kleinen Controller, welche zeitgleich zum neuen Spiel erscheinen, werben um die Gunst und Geldbeutel der Nintendo Jünger.

Erste Reaktionen nach dem Global Test Punch, einer weltweit auf wenige Stunden limitierte Demo-Version des Spiels, lassen darauf schließen, dass doch wieder viele zum Controller gegriffen haben. Sicherlich auch aufgrund der Tatsache, dass ihnen die Ein-Stunden-Slots der Testphase schlichtweg zu kurz erschienen, um sich mit einer neuen Art von Steuerung anzufreunden.

ARMS so kurz vor Splatoon 2 zu veröffentlichen, dürfte sich nicht gerade positiv auf die Verkaufszahlen des Prüglers ausüben. Sollte ARMS hinter den Erwartungen zurückbleiben, dürfte das Feature Bewegungssteuerung schnell zu den Akten gelegt werden. Von Drittherstellern ganz zu schweigen. Denn wieso sollte man sich dem Stress und dem finanziellen Risiko hingeben, neue Spielkonzepte zu entwickeln, wenn sie sich aufgrund der breiten Akzeptanz die Etablierten doch sehr viel besser verkaufen?

Sollte es allerdings einen Spielehersteller auf diesem Planeten geben, der schaffen kann, doch noch die Bewegungssteuerung in der Spielewelt und vor allem bei den Hardcore-Zockern vorbehaltlos zu etablieren, dann ist das sicherlich Nintendo.

In Japan.

Donnerstag, 18. Mai 2017

Japan erhält Splatoon 2-Bundle mit Joy-Con in Neon Grün/Pink - Preis ca. 300,- Euro

Schade, das einzige, was an der Nintendo Direct echt enttäuschend war, ist das Bundle. Sie bringen nen Pro-Controller in quietschbunt raus, belassen im Bundle aber bei den regulären Joy Con Farben? Das wirkt leider überhaupt nicht stimmig.



Mittlerweile ist bekannt, dass in Japan das Bundle wohl mit den neuen Farben, Stickern und der Retail-Version von "Splatoon 2" erscheint. 



Es soll 35.960 ¥ kosten, was ca. 289,95 Euro entspricht.



Das Standard Modell der Switch kostet 29.980 ¥, also ca. 244,- Euro

Sonntag, 7. Mai 2017

Review: Lohnt sich das Lösungsbuch zu Mario Kart 8 Deluxe?

Man kann wohl bereits kurz nach dem Release von Mario Kart 8 Deluxe mit Fug und Recht behaupten, dass Nintendo mit dem Premium Port des Wii U Titels der nächste große Wurf gelungen ist.


Big N hat nun bewiesen, dass sich aufgebohrte Klassiker wie warme Semmeln auf der Nintendo Switch verkaufen können. Hier kommt meiner Meinung nach deutlich zum tragen, dass die schlechten Verkaufszahlen der Wii U sich äußerst positiv auf die Switch auswirken. Denn auch wenn Mario Kart 8 Deluxe im Prinzip kein wirklich neuer Teil der Fun Racer Referenz-Reihe ist: Es haben ihn einfach nicht wirklich viele Leute bisher gespielt.

Mittlerweile ist der "Official Guide" (wenn man so will die Komplettlösung, bzw. das Lösungsbuch) von PRIMA Games erschienen. Das Buch ist auf englisch, ist ein Softcover (hat also einen dünnen "Einband") und ist stolze 274 Seiten stark.

Auf Amazon kostet es zur Zeit 14,49 Euro, Vorbesteller konnten sich das Werk sogar für schlappe 9,15 Euro sichern.


Im Vorfeld war viel darüber spekuliert worden, was das Lösungsbuch denn überhaupt beinhalten würde (mittlerweile hat Amazon Deutschland die Beschreibung des Herstellers hinzugefügt) und ob man denn überhaupt so etwas wie eine Komplettlösung für ein Mario Kart braucht.

Beide Fragen möchte ich aus meiner Perspektive beantworten.

Der Official Guide zu Mario Kart 8 Deluxe auf der Nintendo Switch beinhaltet wirklich alles, was man zu dem Spiel wissen muss. Es erklärt die grundlegendsten Grundlagen für absolute Neulinge (eine Gebrauchsanweisung liegt dem Spiel ja nicht bei). Wer es geschafft hat, in den letzten Jahren nichts, aber auch rein gar nichts von Mario Kart mitbekommen zu haben, wird auf den ersten Seiten an die Hand genommen und aufgeklärt, dass es sich hierbei ganz offensichtlich nicht um ein Jump'n'Run mit dem allseits beliebten Klempner handelt.

Nach dieser kurzen Einführung wird dann auf den folgenden Seiten jedes Detail aus dem Spiel unter die Lupe genommen. Und ich meine wirklich JEDES Detail. Ihr wollt wissen, ob Pink Gold Peach im Wasser schneller als Toadette ist? Kein Problem! 
Der Ratgeber listet nicht nur jede Münze im Spiel auf, sondern erklärt euch auch, wie ihr die erste Runde einer Strecke anders fahren müsst als die folgende.
Sehr interessant ist auch das Kapitel darüber, wie wahrscheinlich man die verschiedenen Items erhält, und zwar aufgeteilt nach Position im Rennen und auf die verschiedenen Spielmodi heruntergebrochen.


Jetzt mag der ein oder andere den Einwand erheben, dass man dies alles ja auch im Internetz nachlesen könne. Das mag zutreffen. Als jemand der auch beruflich fast ununterbrochen in Displays glotzt, freue ich mich allerdings über jede Gelegenheit, meine Augen über bedrucktes Papier schweifen zu lassen. Auch ist es einfach schön, dieses Buch haptisch "in Echt" vor mir liegend zu besitzen.
Ein Pluspunkt ist meiner Meinung auch, dass es sich hierbei nicht um den sprichwörtlichen Schinken handelt, sondern um ein handliches Taschenbuch, dass man bequem unterwegs konsumieren kann.


Das Buch ist für Anfänger, egal wie grün hinter den Ohren, und auch für Profis interessant. Für Nintendo Jünger sowieso ein Must-Have. Und für die 15,- Euro sicherlich auch ein praktisches Geburtstagsgeschenk oder Mitbringsel. 
Ich werde übrigens nicht für meine Lobhudelei bezahlt und verzichte bewusst auf einen Ref-Link.
Ich möchte es euch hiermit einfach wärmstens ans Herz legen. 

Tobias Tengler-Boehm